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Flüsse

Reisen auf und an Flüssen ist Mode. Flusskreuzfahrten haben ebenso Konjunktur wie Radtouren entlang der Donau, der Elbe oder an der Spree. In den unübersichtlichen Zeiten von Globalisierung und Bindestrich-Identitäten bieten die Flüsse offenbar jenes Maß an Orientierung, das im Alltag verloren gegangen ist. Flüsse haben einen Anfang und ein Ende, wer sich an die Uferwege hält, kann nicht auf Abwege geraten, die Wege, die wir befahren, sind älter als wir selbst, schließlich hat sich der Fluss seinen Lauf schon vor Tausenden von Jahren gebahnt. Nicht zuletzt bieten Flüsse auch jenen Moment des Innehaltens, den wir sonst so sehr vermissen: Wir schauen zurück auf das, was war, und voller Hoffnung und mit ein bisschen Ehrfurcht blicken wir auf das, was uns noch bevorsteht. Reisen an Flüssen ist ein besonderes Erlebnis von Raum und Zeit. Das war nicht immer so. Bis ins 20. Jahrhundert überwog ein nationaler Blick auf die Flüsse. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs aber sind die Ströme in Europa auch die Botschafter eines neuen, grenzüberschreitenden Europas der Regionen. Im Mittelpunkt steht nicht das Trennende, sondern das Verbindende. Der Schwerpunkt Flüsse auf will mit dazu beitragen, dass auf die Wiederkehr des Raums in der Geschichte die Wiederkehr der Flüsse als moderne Kulturlandschaften folgt.

Oderdämmerung

Sie ist einer der letzten frei fließenden Flüsse Europas, manche vergleichen sie mit dem Amazonas. In Brandenburg bildet sie den einzigen Flussnationalpark Deutschlands. Doch nun soll die Oder nach dem Willen der neuen polnischen Regierung zu einer Wasserautobahn ausgebaut werden. Umweltschützer beiderseits des Flusses sind alarmiert (b-taz vom 13. Februar 2016)
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Zurück zum Fluss

Erst wurden sie eingedeicht, dann trockengelegt, später in den Dienst der Nation gestellt, zuletzt wiederentdeckt: Flusslandschaften sind immer auch ein Spiegel des Verhältnisses zwischen Mensch und Natur, Moderne und Zweifel (Erschien auf Polnisch in der Krakauer Zeitschrift Herito 2015)
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Unser Bild von einem Fluss

2018 soll mit dem Umbau der Panke zu einem naturnahen Fluss begonnen werden. Lange Zeit schien das kein Problem, die Beteiligung der Bürger zog sich über Jahre hin. Nun stellt sich der Denkmalschutz quer. Dabei lässt sich an der Panke der Gedanke der Natur- mit dem der Kulturlandschaft trefflich verbinden (b-taz vom 17. Oktober 2015)
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Was nach den Blüten bleibt

Zum dritten Mal wird in Brandenburg eine Bundesgartenschau ausgetragen. In fünf Havelstädten wird das Thema Nachhaltigkeit und Nachnutzung groß geschrieben (b-taz vom 18. April 2015)
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An Flüssen sieht man besser

Esther Kinsky ist eine Meisterin kleiner Beobachtungen. In ihrem Roman "Am Fluss" erweist sie sich als Archäologin des scheinbar Unbedeutenden (Sonntaz Literatur vom 1. November 2014)
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Das Beispiel Isonzo

Zwölf Schlachten wurden im Ersten Weltkrieg am Isonzo geschlagen, der auf Slowenisch Soča heißt. Hunderttausende verloren in diesem italienisch-österreichischen Bergkrieg ihr Leben. In Slowenien wurden die Orte des Schreckens zu einem "Weg des Friedens" verbunden (aus dem Online-Dossier "Geschichte im Fluss" der Bundeszentrale für politische Bildung)
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Von der Seele eines Flusses

Ganz selbstverständlich reden wir von dem Rhein, von der Donau und von der Elbe. Was aber ist es, was einen Fluss als Ganzes ausmacht? Was ist sein Geist? Eine Spurensuche an der Elbe (Rotary Magazin 7/2013)
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The flow of history

Europe’s rivers long served as symbols of the continent’s frontiers. This was not always the case, however. A space of international collective memory is required in order to highlight the role rivers once also played as connecting elements (in: Water landscapes. Topos 81)
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Geschichte im Fluss

Flüsse als europäische Erinnerungsorte: Das ist der Schwerpunkt eines neuen Online-Dossiers der Bundeszentrale für politische Bildung. Am Beispiel von Memel, Oder und Rhein treten 26 Autorinnen und Autoren aus sieben Ländern in einen Dialog über ihre Flüsse und überwinden die Grenzen, die sie ihnen lange gesetzt haben. Uwe Rada, der die Idee dazu hatte und das Projekt koordiniert, stellte "Geschichte im Fluss" am 31. August auf einer Pressekonferenz zusammen mit dem Präsidenten der bpb, Thomas Krüger, vor. Er sagte: "Flüsse sind die besten Botschafter Europas und ein Gegengift gegen die Renationalisierung der Erinnerung."
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Gefahr aus Tschechien

Zehn Jahre nach der Jahrhundertflut von 2002 streitet man an der Elbe nicht um neue Deiche, sondern eine Staustufe im tschechischen Děčín. Die hätte Auswirkungen auch auf Deutschland, meinen Umweltschützer und Politiker (taz Schwerpunkt vom 11. August 2012)
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Europäische Geschichten im Fluss

Flüsse überwinden Grenzen. Damit sind sie die besten Botschafter Europas. (Essay von Uwe Rada im Magazin Deutschland "DE" 2/2012) Auf Deutsch das PDF der Ausgabe siehe hier; die Textdatei auf Deutsch siehe hier; auf Englisch siehe hier; auf Türkisch siehe hier; auf Portugiesisch siehe hier; auf Spanisch siehe hier; auf Russisch siehe hier; auf Französisch siehe hier.
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Nein, ich muss die Jeetzel nicht mögen

Jeetze, Jeetzel: Noch immer ist der linke Zufluss der Elbe in der Altmark und im Wendland das Rückgrat der regionalen Identität. Dabei gibt es diesen Fluss gar nicht mehr, sondern nur noch einen Kanal, der das Wasser möglichst schnell wegschaffen soll. Die Landschaft hält die Jeetze(l) nicht mehr zusammen. Elf Wasserproben (Entstanden während des Aufenthalts im Künsterlhof Schreyahn im Februar und März 2012; erschienen in der Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 23. Juni 2012)
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Literatur als Gedenkort

In den Kasematten der Dömitzer Eisenbahnbrücke soll ein Museum entstehen, das an die innerdeutsche Grenze entlang der Elbe und ihr Nachbeben in der Literatur erinnert (taz-Kultur vom 9. August 2011)
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Russlands Suche nach der Memel

Seit 1991 bildet die Memel die Grenze zwischen dem Kaliningrader Gebiet und dem unabhängigen Litauen. Doch der Fluss bleibt vielen Russen fremd. Das hat auch mit einer Geschichtspolitik zu tun, die das kulturelle Erbe lange Zeit ignoriert hat (Vortrag beim Deutsch-Russischen Haus am 27. April 2011 in Kaliningrad, der Musikschule in Sowjetsk am 28. April und der Galerie Studio Hochhaus in Berlin-Lichtenberg am 18. Februar 2011)
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Kleiner Fluss, große Themen

Mit nur 63 Kilometern ist die Fils, ein rechter Zufluss des Neckars, ein vergleichsweise kleiner Fluss. Doch er blickt auf eine lange Geschichte zurück. Im Landkreis Göppingen feiert man nun 1150 Jahre Fils (Redebeitrag zur Eröffnung der Ausstellung "Im Mittleren Filstal" am 8. Juni 2011 im Museum Storchen in Göppingen)
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"Ein multikultureller Strom"

Der Autor Uwe Rada über die Memel, die er in seinem Buch als europäischen Fluss beschreibt (Interview Neue Westfälische Zeitung vom 27. Dezember 2010)
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Geschichte im Fluss

Die Memel hat viele Namen. An kaum einem anderen Fluss in Europa treffen so viele Kulturen aufeinander. Damit ist die Memel auch ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Flüsse Geschichte schreiben können. Ein Plädoyer für einen liquid turn in der Kulturwissenschaft (Langfassung des Textes in der Sonntaz vom 6. November 2010)
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Das Hochwasser fällt leider aus

Auch wenn die Spree in Sachsen und Brandenburg Hochwasser führt, wird in Berlin nur wenig davon zu spüren sein. Schließlich markiert hier die kanalisierte Spree das Ende eines traurigen Flussschicksals (taz vom 11. August 2010)
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Berlin dreht krumme Dinger

Die Panke ist wie die Bièvre in Paris ein vergessener Fluss. Ausgerechnet hier will der Senat die Brüsseler Wasserrahmenrichtlinie erfüllen. Ab diesem Jahr wird die Panke, Berlins drittgrößter Fluss, wieder naturnah (taz vom 2. Januar 2010)
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Still, langsam, schweigend

Hinter dem Eisernen Vorhang war die Memel lange Zeit in Vergessenheit geraten. Ihren Namen verband man mit deutscher Großmannssucht. Dabei ist die Memel gerade in ihrer Bescheidenheit so berückend (taz Magazin vom 5. Juli 2008)
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"Ich bin ein Flussverbesserer"

Seit sieben Jahren arbeitet Ralf Steeg an seinem Projekt, die Spree wieder zur Badewanne für die Berliner zu machen. Damit soll auch die Stadt wieder mit dem Fluss versöhnt werden (taz vom 25. August 2009)
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Der neue Blick aufs Wasser

Einst trennte die Mauer die Nieder Neuendorfer von der Havel. Nun führt am Fluss eine Promenade entlang. Idylle pur gibt es dennoch nicht: Ein Wachturm erinnert an die Zeit der Teilung und die Mauertoten (taz vom 11. August 2009)
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Die Oder als Grenzfluss

Lange Zeit war die Oder für Deutsche und Polen vor allem eines: ein Grenzfluss. Die Bilder der Oder als Grenze sind aber älter als die Grenzziehung auf der Potsdamer Konferenz 1945. Inzwischen sind allerdings neue Bilder an ihre Stelle getreten (Vortrag an der Europäischen Akademie Berlin am 6. Juni 2009)
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"Die Spree ist viel älter als Berlin"

Es ist nicht einfach, im Sommer ein Stündchen zu finden, um mit Stefan Vens an der Spree zu sitzen und auf die Schiffe zu schauen. Meistens ist er nämlich selbst an Bord - als Schiffsführer eines Fahrgastschiffs oder als Stadtbilderklärer. Ein ungewöhnlicher Job für einen Exhausbesetzer? Nein, meint der 39-Jährige, schließlich war er auch lange Zeit Schauspieler (taz vom 25. Juni 2007)
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Stadt am Wasser

Nach dem Krieg hat Stettin der Oder den Rücken zugekehrt. Nun will die Stadt sich wieder mit ihrem Fluss versöhnen (aus: Uwe Rada/Inka Schwand: Polen hin und weg. Berlin 2007)
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Rosen für Verliebte

Die Gauja ist Lettlands wilder Fluss. Auch deshalb war Sigulda in der "livländischen Schweiz" schon immer ein Ort für Romantiker – und ist es bis heute geblieben (© Uwe Rada)
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Wasser als Accessoire für Investoren

Wenn die Kreuzberger und Friedrichshainer über das Großprojekt Mediaspree in einem Bürgerentscheid abstimmen, geht es auch um die Frage, was Berlin seine Freiräume wert sind (taz vom 30. Mai 2008)
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Die Memel Die Memel

Happy End am Bösen Ort
In Lenzen an der Elbe feiert Brandenburg sein erstes und einziges Projekt einer Deichrückverlegung. Damit hat der Fluss mehr Raum. Das finden nicht alle gut (taz vom 14. August 2009)

Trockenlegungen
Kein Geringerer als Theodor Fontane hat dem Wasser eine besondere Kraft bei der Gestaltung Brandenburgs beigemessen. In seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" hat Fontane das Land vorwiegend nach seinen Wasserläufen gegliedert: Oderland, Havelland, Spreeland (aus: Kulturland Brandenburg: Fokus Wasser. Leipzig 2007)

Die Wiederentdeckung der Oder
Unter Europas Strömen galt die Oder lange als Neutrum. Doch allmählich entwickelt sich links und rechts des Flusses ein Bewusstsein vom gemeinsamen Kulturraum, erwacht das Interesse an den Nachbarn (taz Magazin vom 17. Dezember 2005)

Nix gelernt, Oder?
Zehn Jahre nach der großen Oderflut von 1997 stellt sich die Frage: Welche Konsequenzen hat Brandenburg aus der Jahrhundertkatastrophe gezogen? (taz vom 14. Juli 2007)

Im Fluss ist nur der Fluss
Polnische, deutsche und holländische Schriftsteller sitzen in einem Boot, schippern über die Oder - und sagen sich wenig (Bundeszentrale für Politische Bildung)

Die Emajogi-Route
Der größte Fluss in Estland führt von der heimlichen Hauptstadt Tartu bis zum Peipussee an die russische Grenze (aus Uwe Rada/Inka Schwand: Baltische Begegnungen. Berlin 2008)

"Hier lebt man als edler Wilder"
Einst war Michael Seiler der Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten auf der Pfaueninsel. Auch nach seiner Pensionierung lebt er noch auf der Insel in der Havel. Hier begegnet der 67-Jährige auf Schritt und Tritt seinem großen Vorbild, dem Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenne (taz vom 10.September 2007)

Reif für die Insel
Mit einem "Europagarten" wenden sich Frankfurt (Oder) und das polnische Slubice nach 50 Jahren wieder der Oder zu. Und üben schon einmal den gemeinsamen Blick in eine schwierige Zukunft (taz vom 1. Februar 2003)

Wilde Wasser hinter der Grenze
Lange Zeit stand die Drawa nordöstlich von Stettin im Schatten der Flüsse und Seen in Masuren. Die Paddler aber haben den Wildwasserfluss längst für sich entdeckt (aus: Uwe Rada/Inka Schwand: Polen hin und weg. Berlin 2007)

Vogelparadies mit Vergangenheit
Nach der Oder wollte Friedrich II. auch die Warthe trockenlegen und besiedeln. Das ist ihm aber nur zur Hälfte gelungen. Bis heute hat sich der größte Nebenfluss der Oder einen Teil seiner Wildnis bewahrt (aus: Uwe Rada/Inka Schwand: Polen hin und weg. Berlin 2007)